Sunday, 19 July 2009

technik, gaeste, wetter, schrott und unkraut

Sooo, was nun schon alles wieder passiert ist! Also, zuerst fällt mir da ein, dass mein Laptop seinen Geist aufgegeben hat und alle meine E-Mail-Adressen und Dateien weg sind. Das wichtigste hatte ich zum Glück auf CD oder USB-Stick gespeichert, so dass das wieder herstellbar war. Einige Adressen jedoch sind floeten gegangen. Also, falls sich einer wundert, dass ich ihm auf seine letzte nicht antworte, bitte noch mal schicken, zumindest bitte die Adresse an mich senden.

Außerdem waren meine Eltern ein paar Tage da. Sie haben uns schön geholfen, gesägt, Unkraut gezupft, etc. Aber auch kulturell sind sie ein bisschen auf ihre Kosten gekommen. Wir waren beim Bagpipe-Wettbewerb in Turriff letzten Sonntag (7.6.) und am Dienstag (9.) zuerst in einer Whisky-Brennerei, dann in einem Schloss und hinterher noch am Strand. In Schottland geht das alles an einem Tag. Sowieso und überhaupt ist Schottland ja eins der besten Touristenziele der Welt. Und für den Strand kam auch extra noch die Sonne raus, die sich in der letzten Zeit doch etwas rar gemacht hatte...

Jetzt, seit Montag (8.), ist auch meine Schwester da. Sie war beim Segeln in Holland und dachte, dass sie dann eh schon fast da ist. Naja, fast :-) Sie war also auch mit im Schloss etc, aber die Bagpipeshow hat sie leider verpasst. Die war sehr toll! 17 Bands haben gespielt und am Schluss sogar alle zusammen!! Aber draußen braucht man da keine Ohrenstöpsel :-)

Am Wochenende bevor meine Eltern gekommen sind (30. und 31.Mai) war eine Freundin da, die wir in Culdees (verrückte Farm am Loch Tay) kennengelernt hatten. Sie hat einen 4 Jahre alten Sohn und wir haben sie seit Culdees nicht mehr gesehen. Es war sehr schön! Und vor allem das Wetter! Am Sonntag (31.5.) sind wir an’s Meer gefahren. Wir mussten uns gut eincremen. Baden allerdings ist hier zuuuu kalt. Man kann mit den Füssen rein, manche schaffen’s bis zum Knöchel, aber das Wasser kommt ja direkt vom Nordpol! Nein, Eisschollen haben wir nicht gesehn *grins*

Der Kleine hat auch einiges angestellt. Gleich nachdem sie angekommen waren, hat er eine Tüte Hafermehl aus dem Auto geschnappt und kopfübergehalten. Jetzt kriegen unsere Vögel Futter. Die freut das sehr! Außerdem hat er unsere Becher in den Fluss geworfen und später auch den Sonnenhut seiner Mutter. So hatten wir eine Menge zu tun, waren froh, dass sie nicht allzulang blieben. Nur ein Glas ging zu Bruch...

Natürlich war es auch gut, dass sie da waren, sonst wären wir ja nicht an’s Meer gekommen *grins* und natürlich war es schön, unsre Freundin wieder mal zu sehen. Sie war in Kanada und hat dort so einiges erlebt. Unter andrem auch, dass sie wie eine Verbrecherin behandelt wurde, nur weil sie nicht wusste, dass man Geburtsurkunden seiner Kinder mitnehmen muss. Anscheinend werden dort Kinder verkauft! So wurde sie beim ersten Mal abgewiesen, nachdem man sie wie eine Kriminelle verhört hat, fast schon gefoltert! Des fand ich ja schonma krass...

Aber zurück zur Mühle: im Moment ist Hogweed-Alarm. Die fangen an Samenstämme in die Luft zu schießen. Die werden von uns gnadenlos umgesäbelt! Wenn wir es schaffen, sie davon abzuhalten Samen in die Gegend zu samen, dann haben wir ne Chance, die Dinger loszukriegen. Und heute (10.6.) erst haben wir gemeinsam etwa 3 Eimer voller kleiner Zwerghogweeds ausgegraben. Das waren etwa 600 Pflanzen. Jede von denen hätte wieder 50.000 Samen produziert!!!! Das erspart uns also das Ausgraben von 30000000 im nächsten Jahr!!!!!!!!!! Das sind 30 Millionen!! Naja, wir haben immernoch ca. 8000 Pflanzen übrig, das wären 400000000 Pflanzen fuer’s nächste Jahr, falls wir sie nicht am Samen hindern... Ok, es gehn nicht alle Samen auf und sie samen nicht alle jedes Jahr, sondern nur einmal am Ende, aber is noch schlimm genug... Naja, aber immer schön die 9000000 vor Augen halten, die wir schon nicht mehr haben! Und weitermachen!

Ansonsten wächst unser Gemüse wie blöd, könnte man fast schon sagen. Die Radieschen sind einfach riesig! Schmecken lecker! Heute haben wir auch mit der Salaternte begonnen, ebenfalls sehr lecker!

Im Shop haben wir einen Poltergeist. Da liegen immer Sachen von den Regalen auf dem Boden, wenn morgens der erste aufschließt. Außerdem wurde beobachtet, wie ein Gegenstand durch den Laden FLOG!!! Von zwei Personen! Und es gibt diverse andere Erlebnisse, die auf einen Geist hinweisen, wie wehende Kleiderreihen, etc. Wir wollen jetzt mehr über den Laden rausfinden. Was wir allerdings schon wissen ist, dass es früher die Metzgerei gewesen ist. Die Hacken für die Schweine, etc. hängen noch in der Decke. Ganz schön gruselig!

Meine alte Lady, bei der ich saubermachen geh, ist vor 2 Wochen 97 geworden. Leider ist sie letzte Woche gestürzt, so dass ich mir Sorgen mache. Sie war nachts vom Rollstuhl ins Bett geklettert und hat das Bewusstsein verloren. Sie sah ein bisschen blass aus. Ich hoff, es geht ihr am Freitag wieder besser.

Ansonsten wärmt der Raeburn und jetzt bin ich müde :-)

So, da bin ich wieder ;-) Wollt euch doch noch von den Fledermäusen schreiben. Die flattern jetzt immer vorm Fenster herum. Die können net warten bis es dunkel ist, hier wird’s ja fast gar nicht dunkel... Die flattern und saussen. Hab auch schon ein Foto versucht, aber man sieht nur einen schwarzen Strich drauf ;-)

Heute haben wir Müll neben der Mill weggeräumt. Altes Holz, kaputte Ziegel, Stricke, Wurzel, ne Pflugspitze, Türscharniere, Dachrinnenteile, alles Mögliche eben... Dann haben wir noch ein Gemüsebeet angelegt, nachdem die andren Dinge so schön wachsen ;-) Da haben wir gleich die Erbsen rein, die schon im Paperpot gewachsen waren. Paperpots sind (falls ich’s noch nicht erklärt hab) um Klorollen gewickelte Zeitung, die man als verrottende „Blumentöpfe“ hernimmt, um seinem Gemüse einen Vorsprung gegenüber dem Unkraut zu verschaffen ;-).

So, nu is schon wieder der 20.6. Wie die Zeit vergeht, Kinder! Seitdem ist die Nora auch wieder gut zuhaus angekommen. Außerdem ging’s meiner Lady wieder besser. Sie hat am Freitag Pferderennen geguggt mit der Queen! Also die war im Fernseher *grins* Da hat sie mir immer wieder die Hüte und alles gezeigt, das war sehr nett und am Schluss hab ich auch noch Schokolade gekriegt, die wir beim Kühlschrank abtauen gefunden haben *hihi*.

Ansonsten geht’s jetzt jeden Tag runter zum Hogweed. Wir haben bisher 3 gefunden, die ihre Blüten draußen hatten. Aber ansonsten sieht es sehr gut aus. Wir stopfen die Blütenbeulen jetzt immer in schwarze Müllsäcke, da können se vor sich hinrotten, die Ollen... Aber die Teile sind nicht leicht kleinzu kriegen. Anfangs dachten wir es würde reichen nur den Stängel umzusäbeln, aber Pustekuchen! Die wachsen einfach weiter! Auch wenn sie gar nicht mehr mit der Wurzel verbunden sind! Die biegen ihre Köpfe nach oben und öffnen die Blütenbeule. Da muss mer echt aufpassen jez. Wir hoff nur, dass es dann bald auch wieder ruhiger wird und sie aufgeben... Wir geben auf jeden Fall nicht auf!

Auch der japanische Knöterich wird fleißig umgesäbelt. Wir denken, dass er so nicht weiterwachsen kann und doch irgendwann aufgibt. Mal schaun, hoffen, dass die Rechnung aufgeht.

Letzten Mittwoch kam eine Freundin in den Laden, die drei Monate in Neuseeland war. Nun ist sie wieder zurück! Wir waren zusammen Mittagessen, das war sehr gut!

Nächsten Sonntag (28.) kriegen wir schon wieder Besuch. So wird’s uns auf keinen Fall langweilig ;-)

Max hat angefangen, das Mühlendach zu reparieren. Zuerst kommen mal all die losen Ziegel sicher zum Boden, bevor man anfangen kann die Balken zu reparieren, die angerottet sind und dann die Ziegel alle wieder drauf.

Nun ist schon wieder der 12. Juli und ich hab’s immernoch nicht geschafft, den Blog ins Netz zu stellen, weil nun das Internet auf meinem neuen Computer irgendwie nicht mehr mag. Und ich hab noch keine Zeit/Lust gehabt den Experten anzurufen und mit ihm durch alle Kästchen zu klicken und die Einstellungen zu überprüfen... Das dauert immer eeeewig und ich hab wirklich besseres zu tun. Wenn der Max mal seinen nicht braucht, werd ich’s aufn Stick laden und dann von seinem aus hochstellen.

Da wären wir auch gleich bei der nächsten Neuigkeit. Der Max hat jetzt n Job! Er ist (erstmal als Aushilfe) Briefträger. Zur Zeit wird er eingelernt, da darf er mit einer Kollegin im Auto rumfahren. Die geht dann in Urlaub oder was und dann übernimmt er ihre Runde. Das ist ganz ok. Er muss erst um 9 Uhr anfangen. So ist das reinradeln kein Problem. Und da er ja auch nicht durch die Gegend latschen muss, schafft er auch zurück locker.

Im Garten haben wir das Hogweed unter Kontrolle. Es gibt langsam auf neue Blüten zu schieben, die haben wir ALLE komplett abgesäbelt. Und das, obwohl diese Pflanze wirklich bösartig ist. Das Gift verbrennt einem die Haut, so dass man nur im „Raumanzug“ in die Nähe kann. Als es letzte Woche so heiß war, war das KEIN Vergnügen. Aber was muss, das muss. Jez werden’s jeden Tag weniger Bluetenblobbs, die man einsammeln muss. Achja, wenn man die riesen Stiele nur umhaut und die Blüte aber dranlässt, wächst das Zeug einfach weiter. Man muss den Blütenkopf nochmal extra abhacken und dann am besten in einen schwarzen Müllsack stopfen.

Das haben wir gemacht und da läuft jetzt eine absolut stinkende Brühe unten raus, echt eklig! Pfui! Aber das ist genau, was wir wollen, denn dann rottet alles schön ;-)

Auch den japanischen Knöterich haben wir unter Knotrolle. Der wird schön ausgerissen, jedesmal, wenn er sich wieder hochtraut. Das am verbreitetste Übel allerdings, das Kreuzjakobskraut (oder ragwort auf Englisch), haben wir noch nicht unter Kontrolle. Wir haben aber angefangen es da auszureißen, wo es eher vereinzelt wächst. Das kommt ebenfalls in Plastiksäcke oder vielleicht wird es getrocknet und dann verbrannt, das wiss mer noch nicht, weil mer erst rausfinden müssen, wie genau das Gift wirkt. Da gibt’s widersprüchliche Angaben...


Nu is schon der 19. Juli. Heute hab ich ganz fest vor, den Blog hochzustellen! Aber zuerst noch die neusten Neuigkeiten hinschreiben.

Das Ragwort ist überall, so dass ich jetzt mal den Versuch gestartet hab, nur die Blüten oben abzuschneiden. Da muss ich morgen mal guggn, ob die nun aufgeben, oder einfach neue Blüten bilden. Haltet die Daumen!

Achja, am 12. wollt ich noch dazu schreiben, dass wir am 8. ein BBQ oder auch Grillabend hatten. Zu Max Geburtstag haben wir ein paar Freunde eingeladen. Leider hat es etwas geregnet, so dass wir den Raeburn zur Hilfe nehmen mussten. Aber unter einer Schubkarre hatten wir doch unseren Grill an, für die Geschmacksvollendung :-)

Was ich noch schreiben wollte, war, dass unser Besuch, Max Eltern, uns geholfen haben die letzten Bäume neben der Mühle umzusägen und auch die Hälfte einer toten Mega-Ulme, die das Hühnerhaus überhing, wurde sicher zu Boden gesägt.

Da Max jetzt n Postie ist (fürs Erste), hab ich meine Stunden im Charity-Shop etwas gekürzt, weil hier sich ja sonst noch mehr Arbeit ansammelt. So bin ich nur noch Mittwochs dort zu finden.

Gestern hatten wir übrigens ne Menge Spaß. Wir, das sind diesmal die Frauen vom WRI (women’s rural institute, sowas wie Landfrauen), haben die Woche über einen Umzugswagen hergerichtet. Der stand praktischerweise bei unseren Nachbarn, so dass ich es nicht weit hatte.

Gestern hatten wir dann unseren ersten „Auftritt“ damit. Wir waren bei der New Deer Show. Da gibt’s n Haufen Schweine und Kühe zu begutachten und Autoscooter, etc. Und auch n kleinen (4 Wägen) Umzug. Die Wägen wurden alle bewertet und dann gab’s für die Besten Preise. Und jetzt ratet mal, wer den ersten Platz gemacht hat?! Genau! Die Forglen WRI :-) Wir hatten Mords Remmidemmi und sehr gute Deko.

Da sind wir dann gleich noch ein wenig feiern gegangen hinterher ;-) Das war dann auch noch mal sehr lustig. Auch bei unseren Nachbarn, so dass ich’s wieder nicht weit nach Hause hatte ;-)

Leider hat’s geregnet, so dass gar nicht soo viele Leute da waren zum anguggn. Naja, heute hat dann endlich mal wieder die Sonne geschienen und wir konnten endlich Max’s verspätetes Geburtstagsgeschenk einweihen: Eine Bank zum draussen sitzen.

Und grad gab’s noch einen Superregenbogen, als die Sonne voll in einen starken Regenguss geschienen hat. Ich mag Regen mehr als Hitze.

So, jez aber ab die Post...

Sunday, 3 May 2009

Raeburn :-)

Soo, und schon wieder schreibe ich euch was, weil’s gar so schön ist ;-) Seit Mittwoch abend ist der Raeburn eingeweiht. Absoluuuuuuuuuuuuuuuut wuuuuuuuundertoll! Es ist warm in dem Raum, das Wasser ist heiß und das Essen wird superknusprig ;-)

Nachdem wir einmal grob durchgewischt haben, haben wir auch das Sofa und den Fernseher wieder zurück in den Raeburn-Room gestellt, wo wir nun schön im Warmen sitzen.

Draußen ist es zwar schon größtenteils Frühling, aber noch nicht so wie bei euch. Einige Bäume haben immernoch keine Blätter, die Sonne scheint, aber heute hat kalter Nordwind geblasen *huuu!*, die Vögel zwitschern (wir haben auch Schwalben, die schon wieder da sind vom Süden) und das Bächle gurgelt (wie immer ;-). Die Blumen im Vorgarten sind schon schön da, da hat die Vorbesitzerin schön was reingepflanzt, das wächst einfach ohne viel zutun. Primeln und Osterglocken und seit heute auch gelber Mohn.

Gestern haben wir einen Apfelbaum gepflanzt. Das ist ein Experiment, da er aus einem Kern stammt. Naja, tun se doch alle, aber dieser hier aus einem normalen gekauften Apfel. Hab ich einfach aus Jux mal in Erde gesteckt und schwubs! ist es einfach gewachsen :-)

Unser Wasser-System geht grad übrigens auch sehr schön, da Max neue Dichtungsdinger rein hat. Da war nur so alter Stoff drin und Max hat n ordentliches Seildings rein. Keine Ahnung, wie des fachspezifisch genannt wird ;-)

Morgen ist May Day in Turriff, hoffentlich ist das Wetter schön. Es gibt Musik und bunte Buden und angeblich auch German Barbecue Sausages. Bin mal gespannt :-)

So, das muss reichen für heut.

Tuesday, 28 April 2009

LKWs u.v.m.

So, weil ich heute, Sonntag, ganz faul bin, hab ich wieder Zeit zum tippen. Max ist nach Turriff geradelt, da ist ein car boot sale (Kofferraumverkauf), Flohmarkt. Jeder kommt mit seinem Auto angefahren und klappt den Kofferraumdeckel hoch. Dann kommt ein Tisch davor und man weiß, warum es car boot sale heißt ;-) Apropors Flohmarkt. Wir mussten feststellen, dass wir Flöhe im Haus haben. Vermutlich hatten ein paar in den alten Teppichen überlebt. Max hat nur einen Stich, aber einer muss in meinem Socken gewesen sein und hat 37 mal gebissen: autsch! Wir haben drei gefangen und mehrmals hypergründlich gestaubsaugt. Im Moment gab’s keine neuen Bisse/Fänge. Wenn se wiederkommen, müss mer doch ein wenig Chemie bemühen… Ein paar von den Teppichen ham wer rausgeworfen, aber es ist sehr ungemütlich. Naja, das wird wohl demnächst fällig.

Der Raeburn steht mittlerweile schon auf seinem Platz. Die Aschetür hat Max auch in die Wand (draußen) gemauert. Gestern haben wir angefangen das Rohr in den Kamin einzumauern. Das wird noch ein bisschen brauchen und dann muss der Beton ja auch wieder erst trocknen. Dann noch die Wasserrohre anschließen und einheizen :-D Da freuen wir uns schon sehr drauf! Nächste Woche wird’s dann vermutlich soweit sein!

Ansonsten grünt’s und blüht’s. Heute ist die Sonne auch wieder draußen. Die letzten Tage warn ein bisschen grau und auch noch recht frisch. Ich sitze grade auf der Treppenstufe vorm Haus in der Sonne, esse Ostereier und lass mich vom Plätschern des Bächles bemurmeln.

Gestern hab ich auch endlich das Gemüsebeet weitergegraben. In Paperpots (über ne Klorolle gewickeltes Zeitungspapier, das dann wegrottet, wenn die Pflanzen größer werden) haben wir schon Samen ausgesät und die werden jeden Tag grüner. Montag werd ich dann die Beete (hoffentlich) fertig kriegen, so dass wir rauspflanzen können. Max hat schon Kartoffel raus, mal schauen. Das erste Jahr wird wohl eher ein Experiment.

Während Max fleißig am Raeburn gebastelt hat, habe ich hinterm Haus weitergegraben. Der Hang hatte am Haus über die letzten Jahrzehnte etwa 40cm Erde aufgeschüttet gehabt, so dass es nasse Füße hatte. Max Vater hatte ja angefangen rund um die Küche und ich hab dann den Rest noch ausgeschaufelt.

Nächste Woche kriegen wir übrigens Besuch: den ersten aus Deutschland seit ich in Schottland wohne. Eine Freundin, die ich aus Konstanz kenne, kommt mal nach Schottland: Juchuuuuu! Froi!

Gerade flogen ein Schmetterling und eine dicke Hummel vorbei ;-)

Ein weiteres Erlebnis war die Holzlieferung, die ein Quasi-Geschenk der Raeburn-Verkäufer war. 500 Pfund wert Holz. Naja, soviel ist es glauben wir eher nicht, aber doch n ganz ordentlicher Stapel und auch trocken ;-) Auf jeden Fall kam dieses Holz auf einem Laster und der fuhr, ohne eine Wort zu sagen unseren Driveway runter und hat dann versucht vor der Mühle umzudrehen. Da ist aber nicht genügend Platz! Ein Auto, ja, kein Problem. Also ist er schonmal im Matsch stecken geblieben. Wir haben also aus dem Fenster geschaut, beim Frühstück und sahen diesen Laster, wie er sich im Matsch eingrub. Wir rannten gleich mit dem Spaten bewaffnet raus. Wir schaufelten die Erde hintern den Rädern weg und legten Steine drunter. Wär er nun grade zurückgefahren, wär alles kein Problem gewesen. Aber nein, der Trottel! Dreht das Lenkrad und fährt somit von den Steinen runter, wieder in Matsch. Und anstatt aufzuhören, fängt er an, panisch die Hinterräder durchdrehen zu lassen. Als ob das was bringt… Und so also, rutsch der Laster näher und näher an den Bach! Ich hab scho Schiss gekriegt, dass gleich alles den Bach runter geht *haha*. Wir haben beschlossen, mal lieber das Holz abzuladen. So wird das wenigstens nicht nass *grins*. Und nachdem er dann zuerst noch vorwärts immer weiter in den Matsch gefahren ist, haben wir den unfähigen Typen dazu gekriegt, endlich aufzuhören, sich wie ein irrer Trottel zu benehmen. Zuerst haben wir versucht einen Nachbarn mit einem Traktor anzurufen, aber die waren alle auf dem Bauernmarkt, wo Rinder und sowas verkauft werden. So war das also nix. Wir haben ihm dann das Telefon hingestellt und gesagt, er soll jetzt jemanden anrufen, der ihm hilft.

Naja, das Ende vom Lied war dann ein andrer Nachbar, den wir noch net so gut kennen, da hammer uns net getraut zu fragen und hatten auch keine Nummer, also hätt mer erst den ganzen Berg hochlatschen müssen, also dieser andre Nachbar wurde dann vom Abschleppdienst aus Turriff hergeschleppt mit seiner großen starken was-auch-immer-des-war-Maschine. Ich musste dann los zum Shop, aber Max hat Fotos gemacht, wie der trottelige Lasterfahrer mit seinem Laster rausgezogen wurde. Man, man. Des brauch ich nicht nochmal…

Gerade dacht ich erst ich spinne, aber nein! Da sitzen wirklich ZWEI Buntspechte am Baum und hämmern. Es muss Frühling sein *grins*

Mittlerweile sind übrigens meine Kisten aus Münnerstadt angekommen. All die vielen Sachen, die ich seit Jahren schmerzlich vermisst habe *grins* Bücher, Sonnenhut, Decken, Tassen, Kleider, etc. Und auch Fahrräder! Mein eignes Fahrrad ist wieder erreichbar! *toll!*

An dieser Stelle möchte ich mich auch nochmal bei allen bedanken, die noch aus ihren Beständen Zugaben gemacht haben: DAAAAANKEEEEEEEE!!!

Alles ist heil angekommen, nach und nach wird es ausgepackt und in mein neues Leben integriert *grins* Da fällt mir ein, das Vogelbuch muss ich jetzt endlich mal rausholen… Hier gibt’s nämlich viiiiiiiiele Vögel und Flatterer.

Grad haben wir übrigens den Besuch zurück nach Turriff gebracht. Wir sind alle zusammen zum Bus gelaufen, wo uns dann ein Nachbar aufgesammelt hat, netterweise. Und zurück haben wir dann nochmal einen Mega-Einkauf getätigt und uns ein Taxi geleistet. Das kostet zwar 10 Pfund, aber erstens ist das auch nicht die Welt und zweitens hat es uns doch einiges an Strampelei erspart, da wir ganz viele Dosen und schwere Sachen gekauft haben.

Max bastelt grade am Raeburn rum, so dass wir den vielleicht heute abend sogar zum ersten Mal einheizen können. Das wär einfach superspitzenmegahypergenial ;-) Also da könnt ihr uns mal wieder die Daumen halten ;-)

Ansonsten wachsen die Pflänzchen und auch das Gemüsebeet wird langsam auspflanztauglich ;-) Wir haben den Kampf eröffnet mit unserem zweiten Unkraut. Japanese Knotweed. Japanischer Staudenknöterich. Er ist absolut zäh und wächst bis zu 30cm an einem Tag! Die Wurzeln reichen bis zu 2 Meter tief in den Boden mit zahlreichen Seitenarmen, die im Boden umherkriechen. Achja, diese quasi unverwüstlichen Pflanzen wachsen prima an sonnigen Flussufern. Aber im Gegensatz zu dem ollen Hogweed (Saukraut/Herkulesstaude) ist es nicht giftig, im Gegenteil! Man kann die jungen Triebe sogar essen! Hab ich grad rausgefunden ;-)

Aber wir haben trotzdem damit begonnen, die hochkommenden Triebe abzuhacken. Jeden Tag ein paar Minuten, so können sie gar nicht erst groß werden. Naja, demnächst werden wir sie wohl mal backen, anstatt zu hacken *grins*
Jetzt hab ich Hunger und werd mal was kochen :-D

Monday, 30 March 2009

Raeburn, Jobs, etc.

Soooo. Hello again!

Aaalso: das mit dem Restaurant war nix, weil die, die weg ist vorher, ist gar nicht weg. Also auch kein Job. Naja, war vermutlich eh nich des Richtige. Mit 14-jährigen Teenagern arbeiten? Hmm… Naja, aber sie hat meine Daten ans Gartendings weitergegeben, so dass da eventuell ja noch was rauskommen kann.

Den 3-Stunden-immer-freitags-bei-der-alten-Dame-saubermach-Job hab ich übrigens. Sie ist 96 und wohnt im betreuten Wohnen in Turra. Sie ist sehr nett und ein bisschen seltsam zugleich. Man muss halt alles schön so machen, wie sie will, sonst fliegt man gleich raus. Also keine Innovation gefragt *grins*.

Sie ist noch recht lebenslustig. Sie kommt immer mit ihrm Gehwägele angefahren, wenn ich um 5 vor 1 vor der Tür warte, und quatscht ununterbrochen mit ihrer Bekannten :-D Dann geht’s los. Ich staube ab, staubsauge und tue dies und jenes. Jede zweite Woche ist das Bett dran. Abziehen, in die Wäsche stopfen, etc. incl. bügeln. Das ist nicht so meine Lieblingsaufgabe, aber ich krieg ja schön bezahlt dafür :-)

Im Sue Rider Shop bin ich jetzt übrigens Mittwochs statt Montags zu finden, und den Dienstag morgen würd ich vielleicht auf den Freitag schieben wollen, da denk ich aber noch drüber nach. Dann müsst ich nur zweimal die Woche rein. Aber irgendwer muss ja auch den lokalen Bus unterstützen ;-) Einmal die Woche, meist Freitag, radle ich rein. Da bin ich früher fertig, und dann müsst ich jedesmal 2 Stunden auf den Bus warten…

Ansonsten: Somerfield hat nun sein Home Delivery eingestellt und wir müssen alles auf dem Fahrradanhänger, den Max selbst zusammengelötet hat, nach Hause radeln. Aber ist nicht wirklich ein Problem. Und wenn ich eh drin bin, dann bring ich auch mal Milch oder sowas in meiner Tasche mit.

Gerade haben wir Besuch von Max Eltern. Die sind sehr brauchbar ;-) Vor allem, weil der Raeburn (oder auch Rayburn) nicht letzte sondern diese Woche (also eher letzte, nicht vorletzte) kam. Wir haben schon ein Loch in die Wand gehauen für das Ofenrohr. Wir haben den Kamin zugemauert. Gestern haben wir einen Betonsockel gegossen. Wir haben den alten gegen den neuen Warm-Wasser-Tank ausgetauscht. An der Außenwand haben wir den alten Kamin vom eingestürzten Waschhaus abgebacksteint, so dass wir dann noch ein Loch für die Ofentür klopfen können.

Achja, vor allem haben wir die Möbel, etc. rausgeräumt und sind mit Sack und Pack in den green room umgezogen. Das ist der unten links, wemmer vorm Haus steht. Warum des grün heißt, wiss mer au nimmer. Aber jez heißt’s halt so. N bisschen grün is in der alten Tapete wohl drin :-) Da hammer auch davor noch den Kamin gekehrt, so dass mer dort noch ein Feuerle haben. Allerdings ohne warm-Wasser-Heizung im Moment. Das ist ziemlich kalt und so hab ich lieber noch einen zweiten Wasserkocher gekauft. Immernoch ziemlich kalt, aber überlebbar ;-)

Und wenn der Raeburn erstmal geht :-) Da freun wir uns schon volle drauf!!

Am wann-war’s?-Freitag-oder-so waren wir indisch essen in Turra. Jaja, so was gibt’s da ;-) Aber ich bin ja kein großer Fan von so exotischem Dingsdabums. Ich wollte was was nicht scharf wie Tabasco-Chilli-Pfeffer ist, so hab ich Kokosnuss-Dingsdabums gegessen. War absolut eklig! Naja, ein Erlebnis war’s. Und nocheins hatten wir: Ich hab den Kellner gefragt, ob er nicht ein bisschen indische Musik hat. Er hat gemeint ja, aber vor dem Musikbox-Zimmer stand ein Tisch mit zwei Gästen dran… So ging das also nicht.

Und am Donnerstag war die last-dance-party. Im Sommer haben die Leute hier andres zu tun, als Tanzen zu gehn. So endet dieser Kurs im Frühling. In Turriff ist immer dienstags tanzen, wo wir wohl mal mit Julia und Neal, unseren auch-tanzenden-Nachbarn hingehn. Das geht noch bis Ende April oder sowas.

Auf jeden Fall war es ganz nett. Es waren Gäste da von andren Tanz-Klassen rundherum. So haben wir erst getanzt, dies und jenes und dann gab’s noch ein Buffet, wo jeder was mitbrachte. Von Sandwiches über Würstchenimschlafrock bis hin zu Chips und Schokokuchen war alles vertreten. Dann gab’s auch noch ein Raffle. Das ist ein bisschen wie Lose. Man kriegt ne Nummer und die gleiche Nummer kommt in nen Topf. Am Ende vom Abend werden dann soundsoviele Nummern ausm Topf gezogen und die kriegen dann ein mehr oder weniger nützliches Präsent. Ich hab Schokokekse gewonnen und Max eine Kerze.

Da wären wir auch schon beim nächsten Erlebnis. Am Samstag um 8:30 pm haben wir die Welt gerettet. Eigentlich wollt ich euch des ja vorher noch allen schreiben, damit ihr mitmachen könnt. WWF (oder wer auch immer) hat dazu aufgerufen zur Rettung der Welt eine Stunde lang den Strom abzustellen. Da wir neulich Stromausfall hatten für einige Stunden (genau als wir fertig mit kochen waren) hatten wir also ein wunderschönes Feuerle-light-dinner. So beschlossen wir, bei der Aktion mitzumachen und kurz das Licht auszumachen. Heizung hammer ja eh keine. Ich hab meine Geige ein wenig rausgeholt und den andren was vorgefiedelt. ;-)

Achja, da fällt mir nochwas ein. Ich wollt ein Konto eröffnen, weil ich zu Weihnachten einen Scheck bekommen hab. Bin also in ne Bank, von einer, wo noch nix in der Zeitung von wegen bankrott gestanden hat, und hab mir n Termin geben lassen und ne Liste mit all den Sachen, die wo mer dazu eben braucht. Bin also hin mit entsprechenden Sachen. Jaa, Pustekuchen, es reicht nicht, seine Identität nachzuweisen, doppelt und dreifach, man muss auch noch seine Adresse doppelt und dreifach nachweisen und zwar net von irgendwem. Soviel zum Thema Europa… Naja, hab bisher haltimmernoch kein Konto. Die Person von der ich den Scheck hatte, hat’s mir mittlerweile bar gegeben ;-)
Muss ein Telefonat tätigen, wozu ich aber keine Lust und somit auch keine Zeit hatte, bisher ;-) Naja, Geld in einer britischen Bank zu haben, braucht mer ja auch eh nicht, im Moment…

Heute haben Max und seine Mutter geklemptnert, Max Dad hat hinterm Haus gegraben und ich hab einen Entwässerungskanal neben dem Driveway vergrößert, naja, damit angefangen. Nachmittags hatten wir dann noch Besuch. Einer aus der Nähe von wo Max Eltern wohnen, der hat Verwandte in Aberchirder, ein bisschen westlich von uns, ca. 3 miles. Er wollte mal die Mühle sehen und hat auch noch n Tee gekriegt ;-)

Noch auf dem Programm stehn: waschen :-D und Blasen behätscheln. Morgen is ja wieder Shop und da kann ich net so versifft hin ;-) Aber zum Glück hab ich n zweiten Wasserkocher gekauft, so hat mer wenigstens ca.5 Liter warmes Wasser. (oder 3,4 heißes). Das kalte ist ca. 2°C *aaaaaaaaaah*

So, das muss für heut mal wieder reichen ;-)

Wednesday, 25 February 2009

So, endlich mal wieder. (wie immer…)

Nun sind wir ja wieder zurück von D. Los ging es ja schon auf der Runterfahrt. Wir haben noch eine Freundin quasi auf dem Weg in Perth (Schottland) besucht. Sie war schon viermal bei uns! Im März geht sie für einige Monate nach Neuseeland, vielleicht bleibt sie für immer? Sie hat in einer shooting lodge gearbeitet. Gästemanagement und Koch. Sie hat uns also ihren „Besitz“ gezeigt. Ein schönes Fleckchen :-) Und es fing an zu schneien! Und im Fernsehn kamen Bilder von einem London außer gefecht gesetzt durch 4 cm Schnee! Die haben da keine Schneepflugs oder dergleichen. Die sind Schnee einfach nicht gewöhnt, nur Regen… So hatten wir also eine etwas unruhige Nacht. Irgendwie mussten wir ja durch London durchkommen. Aber immerhin waren wir nicht auf Flugzeuge angewiesen, sondern auf Züge, die doch auch noch bei ein wenig Schnee weiterfahren. Und von King’s Cross zu St. Pancras station muss man ja nur über die Straße. Also keine U-Bahn oder gar Busse.
Wir halfen auch gleich noch ein Auto der Gäste wieder anzuschieben, bzw. einen kleinen völlig vereisten Hügel bis zur Straße hin raufzuschieben. Die wollten abreisen, konnten aber nicht. Sowas wie Winterreifen ist denen ja auch ein totales Fremdwort…

Auf jeden Fall sind wir dann um 4 Uhr Nachts aufgestanden (wir hatten die letzte Nacht in einem Hotel in direkter Bahnhofsnähe verbracht, da der Ort der Freundin mitten in den Bergen liegt. Außerdem fuhr der Zug ja schon um 5:10 morgens. Am Bahnhof angekommen, gingen als erste Überraschung mal die Türen schon gar nicht auf vom Bahnhofsgebäude. Durch Zufall kam, vermutlich eine Reinigungskraft, von innen durch die Notfalltür raus. Er hat uns netterweise reingelassen. Dann sahen wir den Zug und stiegen ein. Es war 5:10, 5:20, technische Probleme, sagte die Durchsage. wir hatten ca. 15 Minuten in Edinburgh. Davon hing ja die ganze Reise ab. Um 5:30 packte man dann uns und noch einen, der bis nach Edinburgh musste und auch noch einen andren Zug erwischen wollte in ein Taxi. Und so düsten wir all den Weg hinunter in einem Taxi. Mit übrigens einem andren Deutschen als Mitfahrer. Nein, er fuhr nicht den gleichen Weg.

So kamen wir sogar zufrüh in Edinburgh an, da um halb 6 die Straßen doch noch recht leer sind. Nach einer anfänglichen Aufregung verlief dann alles glatt. Wir machten in Paris Halt zum Mittagessen, wo wir auch Carole trafen, die ich damals kennenlernte, als ich dort gewohnt habe. Und dann ging’s weiter nach Frankfurt. Dort wollten wir dann eine Fahrkarte nach Aschaffenburg kaufen. Es war mittlerweile ca. 23:30, so dass der Schalter geschlossen war. Wir gingen zum Automat, drückten auf erwünschte Verbindung, aber er wollte ums Verregen mein Geld nicht nehmen und mir dafür ne Fahrkarte geben. Ich fragte an der Aufkunftstheke und bekam gesagt, dass man nachts nur an den grünen Automaten regionale Tickets kaufen kann. So gingen wir zu den grünen Automaten, aber Aschaffenburg unser Ziel war nicht drauf. Naja, die Frau von der Auskunft hatte irgendwas von der Seite gemurmelt, so dass ich also auf die linke Seite des Automats schaute und tatsächlich eine Extra-Liste fand, wo dann auch Aschaffenburg drauf war.
Dann gab es noch eine kleinere unbedeutende Panne. Es hatte wohl irgendwo einen Unfall gegeben und der Zug wurde umgelenkt. So war er zufrüh und wartete in einem Bahnhof, bis er wieder in Zeit war. Dann endlich konnten wir um ca. 00:38 in Aschaffenburg eintrudeln, wo uns der verschlafene (nein! Noch wache!) Thomas abholte.

Am nächsten Tag putzten wir Noras Haus und dann putzten wir Nora ;-) Dann war die Hochzeit: Wunderhübsch! Einfach, wie eine Hochzeit sein muss. Nur besser, weil das Hochzeitsauto natüürlich ein Feuerwehrauto war und die Braut meine Schwester :-)

Alle Verwandten waren gekommen, so dass ich sie nicht alle einzeln besuchen musste ;-) Nur mein kleiner Bruder konnte nicht kommen, der war drei Tage zuvor Vater geworden. Ich habe nun einen Neffen, der heißt Fynn. Leider hab ich noch kein Foto, aber ich hoff, dass ich noch eins kriegen, was ich dann als stolze Tante allen zeigen kann ;-)

Nach der Hochzeit hab ich noch meinen Kisten einen Besuch abgestattet. Sie waren noch alle da. Wir haben sie vermessen und gewogen, um eventuell ein günstiges Umzugsangebot einholen zu können.

Mein BUCH „völlig irre“ Kurzgeschichten sind ab sofort auch erhältlich. Im Buchhandel oder bei mir. Illustriert wurde es von Charlotte Hintzmann, der Verlag in dem es erschienen ist heißt Andra-Danu-Verlag und die ISBN-Nummer lautet 978-3-938253-05-2.


Bis auf eine Tür, die nicht mehr zuging hat auf der Rückfahrt alles geklappt. Kein Schneechaos in London oder anderswo. Von und nach Turriff haben wir uns ein Taxi geleistet, so dass wir schnell noch einkaufen waren und alles bequem ins Taxi gepackt haben. Leider mussten wir es dann noch unsren total zugeschneites driveway bis zum Haus hinschleifen.

Es hatte während wir wegwaren absolut irremäßig geschneit. Viele unsrer Nachbarn erzählten vom eingeschneit sein und von -13°C! So war es nicht erstaunlich, dass wir ein Loch in unsrer Wasserleitung hatten. Wir haben zwar versucht das Wasser rauslaufenzulassen, aber ganz unten hätten wir erst einen extra Ablauf einbauen müssen, so dass Max gedacht hat, ach, so kalt wird’s schon nicht. Naja, er hat’s ja auch wieder geflickt. Und da das Restwasser ja noch gefroren war, als wir wiederkamen, gab es nur eine kleine Pfütze, bis wir es entdeckt hatten und den Eimer drunter parken konnten. Und wie man Rohrbrüche repariert weiß Max ja mittlerweile und auch ich könnt’s vermutlich schon.
Auf den Eimern, die wir zum Klospülen mit Wasser drin in die Badewanne gestellt hatten (weil wir ja das Wasser abgedreht hatten) waren ca. 7cm Eis drauf. Wir mussten also doch wieder erst zur Quelle laufen (die ja sprudelt und deshalb nicht so schnell zufriert).

Wir hatten noch einen Tag Zeit zum Schneeschippen, denn am nächsten Tag wurde es warm und alles schmolz ziemlich schnell. Unser Bächle war kurz vorm Überlaufen, is aber alles drin geblieben ;-) Der Deveron (der größere Fluss, in den unser Bächle reinfließt) hat aber allerdings den Golfplatz überschwemmt. Naja, hab ich gemeint, is eben eine größere Herausforderung: Unterwassergolf ;-)

Ansonsten gab es viel zu tun im Charity-Shop. Wir haben zwar nicht grade viel verkauft, aber die Shops rotieren ihre Sachen untereinander. Also wir kriegen ab und zu einfach ne Ladung von andren Sue Ryder Shops, die wir dann wieder sortieren und raushängen, so dass die Leute immer was Neues zu sehn kriegen, auch wenn man nichts vermacht bekommt.

Ich hab am 6.März quasi Probearbeiten für einen 3-Stunden-die-Woche-Saubermach-Job und morgen hab ich ein Vorstellungsgespräch im Williamson’s Garden Centre für’s Restaurant. Das Centre ist ca. 10 Minuten von hier etwa auf halbem Weg zur Bushaltestelle. Naja, oder oben auf dem Berg. Da könnt ihr mir die Daumen halten. Es wäre Teilzeit, so dass noch Zeit für Haus und Garten bliebe, aber wir die laufenden Kosten decken könnten. Wir essen so viel! Unglaublich!

Was fällt mir sonst noch ein? Achja, wegen dem Schnee ist zwei Wochen lang der Tanzkurs ausgefallen, so haben wir da nix verpasst.

Und am Dienstag hab ich den Somerfield-Fahrer im Shop getroffen. Zuerst kam er und später dann noch seine Frau.

Dienstags arbeit ich da ja nur bis 13 Uhr. Dann kommt der Max meistens und wir essen zusammen Mittag. Dann machen wir den wöchentlichen Einkauf und was wir sonst noch so brauchen. Und weil’s dann mitten am Nachmittag ist und der nächste Bus erst abends um 6 fahren würde, radeln wir meistens Dienstags immer bis ganz nach Turriff rein. Aber nach zwei Wochen Pause, bzw. sogar noch länger, weil wir davor ja krank (naja, n bissle erkältet, aber Radfahren macht da trotzdem kein Spaß mehr…) waren. So haben wir beide ganz schön gekeucht. Aber nur weiterradeln hilft da. Sonst kommt mer net nach Haus und je mehr man radelt desto fitter wird man ja.

Heut haben wir endlich mal den Kamin gekehrt. Ich glaub des wurd schon seit Jahren nicht mehr gemacht, was da an Dreck runterkam… Aber für den Raeburn wollten wir es dann wenigstens mal gemacht haben ;-) Der kommt in der Woche vom 16.März. Des ist zwar noch n bissle hin, aber wir haben ja auch noch andres zu tun. Wie z.B. Herkulesstaude ausgraben. Da haben wir ja n ganzen Wald voll. Nachmittags haben wir wieder mal gebuddelt. Hauptsächlich heute haben wir die Ausleger bekämpft. Die schießen ja im Frühling als erste hoch, so dass man sie prima sehen kann. Es ist zwar ein bisschen frustrierend, wie viele da hochkommen, aber wenigstens kann man sie gleich ausgraben. Und dieses Jahr wird keine einzige zum Blühen kommen, dafür werden wir sorgen!


So, jetzt bin ich müd und muss schlafen gehn.

Wednesday, 21 January 2009

So, mal wieder.

Heute (3.12.) war ich faul, 1. weil ich gestern 12 miles (ca.20 km) radfahren musste, weil der Bus irgendwo im Schnee stecken geblieben ist und mich versetzt hat. Aber da es mein 2. Arbeitstag im Charity-Laden war, wollte ich nicht anrufen und sagen „ich komm net“. So bin ich also nach Turra reingeradelt im Schneetreiben (naja, es hat n bissle geschneit und war kalt). Rein ist ja nicht das groooße Problem und ich war schon 1/3 da, bei der Bushaltestelle. Aber raus! Da geht’s dann nämlich den Berg rauf! Mindestens 2 miles, dann nochma 2 mehr oder weniger gerade und dann wieder den Weg zur Bushalte, den ich ja schon zuvor mit seinen aufs und abs beschrieben hatte.

Auf dem Weg zurück hab ich dann Darren getroffen, einen Freund von Max, der gerade aus dem Bus ausstieg, als ich angekeucht kam. So sind wir ein Stück zusammen gelaufen. Ich hab das gut brauchen können, kleine Verschnaufpause. Max kam uns dann entgegen mit seinem Klapprad auf seinem Fahrradanhänger ;-) So konnten wir dann nach haus radeln das letzte Stück, den letzten Berg rauf und dann runter.

So, nu is schon der 31. Wir haben grad Dinner for one geguggt :-) Des hab ich jez auf DVD und grad noch rechtzeitig kam es heute!! an ;-) Max macht grade den Haggis in der Küche, so nutz ich die Zeit, wenn ich nicht grad Kohlen nachlege, ein bisschen hier weiterzutippen. Diesmal hab ich mir für’s Neue Jahr vorgenommen, noch gleich was im alten Jahr zu erledigen, was schon eeeewig auf der Liste steht.

Hab ich brav. Noch n ganzen Haufen Holz zusammengesägt. Wenn wir bald unseren Raeburn kaufen (ein Ofen zum Zimmer/Haus wärmen, Wasserheizen, (viell. sogar zwei, drei Heizkörper?,) und natürlich zum kochen, brutzeln und braten ;-), dann brauchen wir viel Holz. Das muss natürlich trocknen, so dass je eher desto besser ist.

Außerdem hab ich die Küche wieder ein Stückchen weiter in ihren Soll-Zustand versetzt. Die Dosen mal dort und die Gläser hierhin. So wurde auch gleich die neuste Somerfield-Lieferung mit reingeordnet. Somerfield wird übrigens aufgekauft, so wissen wir nicht genau, ob (hoffen aber, dass) uns der Nach-Haus-Liefer-Service mit dem netten Liefermenschen, der gleich um die Ecke wohnt hier, erhalten bleibt. Er (der Liefermensch) hat uns aber beim Thema sofort angeboten, uns die Sachen einfach selbst zu bringen (<---- das passiert uns sooft!). Unglaublich nett und hilfsbereit! Wir sind jedes Mal aufs Neue ganz platt.

Ui, ich kann schon den Haggis riechen. Achja, Haggis ist eine schottische Spezialität, die nur mag, wer extrem ist oder nicht weiß, was drin ist :-D Mehr sag ich mal nicht, außer: ich mag’s :-)

Gehen wir ein Stück zurück (geht irgendwie rückwärts diesmal): Weihnachten. Da waren wir bei Maxies Eltern in West Linton und so mussten wir nicht kochen ;-) Es gab die üblichen Spazanderungen (Spazieren im Wanderstil) und enorm viel und enorm gutes Essen. Truthahn mit allem, was das Herz begehrt und das Beste Max’s Mum’s Schokoladenkuchen. Der trieft nur so vor Schokolade. Wahnsinnig gut! Und dann gibt’s noch Weihnachtskuchen und natürlich Christmaspudding. Pudding ist ja nicht pudding sondern eher hmmm… Wie könnte man sagen? Also Pudding im allgemeinen ist Nachtisch, oder Süßspeise, aber Christmaspudding ist mit Früchte-Dingsdabums mit Whisky und allerlei. Irgendwie ist es schon ein Kuchen, aber ein sehr saftiger. Ach, weiß jez au net… auf jeden Fall lecker und auch hier gilt: lieber nicht zu viel ;-)

Sein Bruder (samt Freundin) Ivan (und Silvia) waren auch da. Die hatte ich schonmal kurz getroffen auf dem letzten Runter- und Rauf-Weg von (und nach D), die wohnen östlich, neee westlich von London (links eben ;-) Am 22. sind sie zu uns rauf gekommen (Neugier ;-) und haben uns dann mitruntergenommen, so dass wir nur einmal Schaukelbusfahrt hatten. Naja, die Autofahrt war au net viel besser… Hab scho gedacht, ich könnt an Heiligabend nix essen…

Leider singen die Oakes nicht an Weihnachten, des fehlt mir irgendwie, so hab ich rumgepfiffen und gesummt *hihi* Am 27. dann simmer mitm Bus wieder zurückgefahren, die letzten 2 Miles musst mer dann laufen, oder durfte mer, ohne Geschaukel :-D

Dann schon gleich das nächste Abenteuer: Hogmanay. Das ist Silvester auf schottisch. Und hier haben die Schotten, im Gegensatz zu Weihnachten auch ihre eignen Bräuche. Hogmanay war früher wichtiger. Man arbeitete sogar an Weihnachten und zu Hogmanay gab’s dann die Geschenke.

Wir haben uns ein wenig von den Traditionen leiten lassen und gefirst-footed. First footing meint, als erstes durch die Haustür von jemandem gehen. Wenn der erste ein großer dunkelhaariger Fremder ist, der Kohle und Whisky mitbringt, dann bringt das Glück, anscheinend. So haben wir unsre Räder geschnappt, sind 10 vor 12 auf einen Hügel rauf, haben das Feuerwerk angeschaut ringsrum und sind dann first footen gegangen. Wir hatten quasi eine Einladung von zwei Nachbarn, die bei diesen Nachbarn zum feiern waren. Wir kannten diese aber auch schon von der Scotts Night, an der sie uns eingeladen haben, doch mal vorbeizuschauen.

Und da standen wir dann, mit Kohle und Whisky, der Max ist ja groß und dunkelhaarig :-), kurz nach 12 vor deren Tür. Zuerst dachten wir, die wären eingeschlafen, aber dann haben wir die andre Tür ausprobiert ;-) Da kam dann auch jemand und es gab ein großes Hallo. Als die Tochter angerufen hat, haben die beiden dann ganz stolz von ihren First-Footern berichtet ;-) Wir haben Sekt und hauseigene Würstchen bekommen, Kuchen, Whisky und Mince Pies. Gegen 2 sind wir dann wieder heimgeradelt.

Jetzt geht’s irgendwie komplett durcheinander. Ach, ihr werdet’s schon ordnen können.

Auf jeden Fall noch zwei (oder so) Sätze zum Charity-Shop. Es macht viel Spaß dort zu arbeiten. Ich arbeit mit mehr oder weniger drei andren zusammen. Meine Chefin, eine Co-Chefin und eine, wie ich. Die sind aber alle sehr lieb. Sie bringen mir Doric bei und wir haben immer was zu lachen und immer was zu tun.

Es ist wahnsinnig, wie viele Sachen wir immer so kriegen. Manchmal nur ein, zwei Taschen voll, aber an manchen Tagen können wir uns schier nimmer umdrehen, im Hinterzimmer. Dort werden die Sachen (aus)sortiert und hübsch gemacht, mit Preisen versehen und dann kommen sie nach draußen, sofern Platz.
Das meiste sind Kinderspielsachen und Kinderkleider, aber auch vor Büchern können wir uns schier nicht mehr retten, ebenso Videos und allemöglichen Sachen für Haushalt und den Kaminsims. Brick-a-brack nennt man des hier. Gruscht ist wohl eine gute Übersetzung dafür ;-) Aber die Leute mögen des scheint’s hier, denn unser Umsatz ist doch erstaunlich gut.

Extra-Arbeit gibt es bei sogenannten Gift Aids. Da können sich steuerzahlende Leute registrieren lassen und für jeden Euro, den wir einnehmen, von dem Zeug, das die gebracht haben, kriegt Sue Rider 28 cent von der Regierung oder so ähnlich. Für uns heißt das, dass wir alles mit der jeweiligen Registrierungsnummer versehen müssen. Also auch die Sachen, die normal keinen Preis brauchen, weil z.B. alle Taschenbücher den selben Preis haben.

Nochmal Extra-Arbeit gab’s dann Ende Dezember. Inventur. Ja, wir verkaufen nämlich nicht nur Second-Hand-Zeug, sondern auch Puppenstuben samt klitzekleinen Törtchen und Hündchen und Blümchen und Stühlchen und Lämpchen und Glühbirnchen und Tellerchen und soweiter. Außerdem diverses Zeug, wie billige Rubiks-Würfel, Blumentöpfe, Kettchen und Ohrringe, etc. All das musste nun gezählt werden. Vor allem hat uns Spaß gemacht die Lampen von den Puppenhäusern. Das gab’s ca. 300 verschiedene. Große, kleine, lila, blaue, Kronleuchter, grüne, runde, eckige, Straßenlampen, schwarze, goldene, bunte, mit kleinen Teilchen, die runterbaumeln, mit Muscheldesign, türkise, mittelgroße, rosane, rote, mit drei Glühbirnen, mit fünf Glühbirnen, usw. Alles schön in EINER Kiste. Aber im Sortieren bin ich ja gut :-D Alle hatten zwar eine Nummer, aber ja nur auf einer Seite von der Schachtel. Da hat ich’s schneller nach Aussehen.
Die Nummern übrigens auch noch eine Erwähnung wert sind alle (oder fast alle?!) in einem „Katalog“ aufgelistet, wo man dann dahinter die Anzahl, die man gerade hat hinschreiben muss. Die Nummern sind aber nicht etwa nach Nummern geordnet, nein! Sie sind nach Kategorien geordnet und nur in der Kategorie nach Nummern. Und z.B. ein Schlüsselring ist bei Schmuck eingeordnet und ein andrer bei Übriges. Dann muss man erstmal durch alle möglichen und unmöglichen Kategorien und schauen, wo denn jetzt das Teil aufgelistet ist. Und manchmal steht die Nummer auch gar nicht drin. Vielleicht weil letztes Mal grad keines von der Nummer mehr da war? Inzwischen kam es aber neu. Alles ein wenig sehr kompliziert…

Achja, meine Scheffin heißt Shirley, meine eine Kollegin Tree und meine andre Ruth. Ich arbeit ja nur Montags und Dienstags. Ab und zu kommen andre vorbei, die auch dort arbeiten, aber mit denen hab ich ja sonst nix weiter zu tun.
Die sind alle seeeehr nett. Tree wohnt an der größeren Straße von hier nach Turriff rein und wenn ich nicht noch was extra mach, wie einkaufen oder so, nimmt sie mich immer mit, so dass ich dann nur bis zur Bushaltestelle radeln brauch.

Aber langsam werd ich wirklich fitter, am Dienstag waren wir mal wieder mit dem Rad in Turra, da wir noch shoppen waren. Neben dem üblichen Käse haben wir auch einen Laden getestet indem es Second-Hand Möbel gibt. Wir haben jetzt also endlich einen Kleiderschrank und auch noch ein Schubladendings haben wir gefunden. Sehr gut! So können wir wieder ein paar Kisten auspacken.

Aber da wir ja meistens nur in vier Räumen leben (Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche und Bad), stören uns die Kisten in den übrigen Räumen nicht so sehr.

Sonst gibt’s neues: wir haben jetzt einen Mäusevertreiberer. Der sendet ultrahohe Maus-geh-weg-Töne aus, die Menschen im Normalfall nicht hören können. Seither können wir nachts wieder schlafen und unser Isolierschaum wird auch nicht weggeknabbert ;-)

21.1.: So, nach einem kleinen Erkältungstief will ich nun endlich diesen Blog fertig kriegen. Soweit geht’s wieder gut, nur die Fitness müssen wir wieder aufbauen. Zum Arbeiten hab ich mal wieder den Bus genommen, da ich noch ein wenig röchle, wie ein 100-jähriges Schaf. Auch das Bagpipen musste erstmal noch warten.

Mittlerweile haben wir auch die Zugfahrkarten nach D! Wir werden vom 4.2. bis 8.2. in AB sein bei Nora und vom 8.2. bis 11.2. in Mü. Am 12. von AB dann wieder nach Schottlandi. Leider haben wir keine Zeit noch weitere Besuche zu machen. Die meisten von euch sehen wir ja aber bei der Hochzeit! Wir wollen nur nicht so gestresst wieder nach Hause kommen, da ja dann die Arbeit hier erst richtig los geht, wenn’s wieder ein bisschen wärmer ist.

Grad ist es leicht frostig, aber sonnig. Ich bin am aufholen von Post, staubsaugen und dergleichen. Max ist draußen und sägt ein bisschen Holz.

Sunday, 30 November 2008

Eis

Mal wieder ein wenig zum lesen.

Wie die Zeit vergeht! Nun ist schon bald wieder Weihnachten! Draußen schneit es (oder hagelt oder graupelt oder sowas in die Richtung) und stürmt.

Wir haben heute (21.11.) mal wieder n faulen Tag eingeschoben, da der letzte Sonntag Arbeit war. Wir sind runter zu Maxies Eltern gefahren. Die hatten ihre große Bonfire-Party. Erinnert an das fehlgeschlagene Attentat von Guy Fawkes 1605, das Parlament in die Luft zu jagen. Oder ein Grund, um Glühwein zu trinken :-)

Auf jeden Fall machen die Oakes das jedes Jahr und diesmal waren ca. 60 Leute da. Das heißt ne Menge Arbeit mit vorbereiten und aufräumen. So sind wir mal eben schnell (ca. 5 Stunden) runter nach West Linton gedüst mit einem in Turra ausgeliehenen Kleintransporter. Freitag frühs hier los. Zu Fuß zum Bus und dann haben wir netterweise unsere Nachbarin getroffen, die uns nach Turra mitgenommen hat. So haben wir uns die 6 Pfund für’n Bus gespart (Hin- und zurück nur 7,80). Gegen Nachmittag waren wir dann unten. Zuerst gab’s einladen Teil 1. Maxie hatte ja noch ein „paar Kisten“ unten rumstehen und ich meinen Laptop. Den wollt ich net ins große Umzugschaos mitnehmen, der hängt ja quasi nur noch am seidenen Faden. Der Bildschirm ist nur noch an einem Kabel hängend doch ein wenig kränklich. Aber funktioniert noch, wie ihr seht :-) So kann Maxie nun seinen wieder alleine haben. Ich laber scho wieder rum…

Jeden Falls also Kisten schlepp, schlepp und Tisch und Sessel und Go-Kart (selbstgebastelt von Maxie) und Nähmaschine und Schrauben und Nägel uvm. schlepp schlepp. Alles in den Laster stopfen, bis es dunkel wurde und wir auch zu müde waren. 5 Stunden im Auto zusammengeklappt sein ist ja doch n bissle nervig…

Samstag früh dann „mitten in der Nacht“ aufstehen. Die Schotten sind ja sonst eher gemütlich, nix um 7 anfangen zu schaffen… Aber es gab ne Menge zu tun. Erstmal einladen Teil 2 und dann noch helfen die Scheune party-fertig zu machen. Den Krempl raus und Sitzgelegenheiten rein. Musik an, einen Tisch für’s Essen, Feuerle im Kamin machen usw. Besonders Freude machten die ca. 60 Push-mower (Schieberasenmäher), die Maxies Vater sammelt. Zumeist zu rostig um noch selbst zu fahren, so musste man sie also hochheben und schleifen, natürlich ohne sie dabei kaputt zu machen. Eine Angelegenheit für sich.

Der Garten musste schön gemacht, der „Parkplatz“ „behütchent“ und das Lagerfeuer aufgestapelt werden mit einem von Susan selbstgebastelten Guy Fawkes auf der Spitze. Das Feuerwerk wollte sandgefüllte Eimer und alles dann nochmal gebesent sein. Ziemlich ko wollten wir uns gerade für eine Runde Pizza hinsetzen, als es an der Türe klingelte. Doch es war nur Darren, ein Freund von Max, der mit seiner Freundin übernacht blieb. Wir teilten also die Pizza und schnappten nochmal nach Luft, bevor dann um 7 die ersten (zweiten) Gäste kamen.

Es wurde Glühwein ausgeschenkt um warm zu werden/bleiben, bis genügend Gäste da waren, die das Bonfire bewundern konnten. Das wurde angezündet und beklatscht. Als es ein bisschen runtergebrannt war, gab es noch ein Feuerwerk zu bewundern. Das Büffet (jeder brachte etwas mit) war auch nicht zu verachten ;-)

Ein schöner Abend, mit viel Geplauder und Unterhaltung. Sogar Musik und eine Diashow auf einem Computer mit Bildern des Bonfires letzten Jahres. Tausendmal etwa mussten wir erzählen, wie es uns nun geht und wie die Mühle so ist. Vielleicht sollt ich den Blog auf English schreiben? Keine Angst, mach ich nicht.

Am Sonntag dann war aufräumen angesagt. Alles wieder an seinen Platz (hier auch wieder besonders zu erwähnen die 60 push-mower), Müll einsammeln (hier machen sich die kleinen runden Pappkreise von Feuerwerkskörpern einen Namen, die waren quer über den Garten verteilt), den Sand wieder ausleeren, die Hütchen vom Parkplatz einsammeln und abspülen nicht zu vergessen.

Als alles wieder verräumt und gefegt war, gab’s noch Einladen Teil 3. Da wir doch schon ein wenig müde waren, ließen wir die Wildgänse Gänse sein. Die überwintern gar nicht weit weg von West Linton, aber da hätte man ca. 20 Minuten Radfahren müssen und zwar nen steilen Berg rauf. Wir ham uns lieber eine Dusche gegönnt. Duschen können wir ja hier (noch) nicht, sondern nur Baden.

Sonntag Abend gab’s dann eine Belohnung. Wir waren alle essen. Maxies Vater hatte am nächsten Tag Geburtstag. Aber da wir schon ziemlich früh wieder ans zurückfahren denken mussten, überreichten wir auch schon die Geschenke.

Am Montag dann aufstehen um halb 7. Schnell noch die letzten Sachen reinstopfen (z.B. ein Riesen Lunch-Paket von Maxies Mum) und los in den Stau auf der Edinburgh-Autobahn. Es ging doch relativ zügig durch. Weiter oben, kurz nach Dundee nochmal einen Baustellenstau, so brauchten wir ca. 6 1/2 Stunden. Dann fröhliches Lasterausladen, obwohl wir eigentlich völlig ko. waren. Da half nix. Der Laster musste ja wieder nach Turriff.

So schleppten wir tapfer weiter. Schnell noch ein wenig den Matsch wegputzen, Maxies Rad einladen und zurück ging der Laster. Während Max also nach Turra fuhr, tauchte schon das nächste Problem auf. Das Haus war ca. 5 Grad warm. Da musste also schnell ein Feuer her. Den Ascheeimer aus der Scheune holen und den Kohleeimer auffüllen. Papier reinknüllen und kleines Zweigzeugs draufpacken. Langsam hab ich Übung drin ;-)

Unser Zweigzeugstrockner funktioniert auch ;-) (Hab ich euch von dem erzählt?) Hab ich selbst erfunden und gebaut. Da wir nachts einen elektrischen Heizer anhaben, der ständig (wenn die Schaltuhr an ist) warme Luft nach oben ausgibt, dacht ich mir, das kann man doch nutzen. Alles Holz von draußen ist nass. So hab ich ein Gestell und ein Drahtgitter um den Heizer gebaut, wo man nun kleine Zweige trocknen kann. Trockenes Holz brennt ja soviel besser, als Nasses ;-)

Das nächste Problem: kein Wasser. Wir hatten (da es ja noch nicht eingebuddelt war) das Wassersystem leerlaufen lassen, zwecks Nicht-Einfrierung. So versuchte ich also im Dunkel der Nacht mit einer Taschenlampe (mehr oder weniger zwischen den Zähnen) die Blätter aus dem Zulauf vom Fluss zu schaufeln, die Pumpe in Gang zu bringen, die Schläuche mit Wasser zu füllen (da die Pumpe keine Luftpumpe ist und nur mit Wasser ordentlich funktioniert), und irgendwie die Luft aus der Leitung zum Haus rauszubringen. Das Problem hatten wir ja schon öfters, doch diesmal wollte unsere Lösung nicht funktionieren. So ging ich wieder zur Quelle mit zwei Eimern, damit wir wenigstens das Klo spülen konnten. Trinkwasser haben wir einen kleinen Notfallvorrat, den wir auch noch erweitern.

Todmüde kam dann auch noch Max wieder gut nach Haus, wo ich in der Zwischenzeit gekocht hatte, weil ich richtig vermutet hatte, dass Maxies Magen sehr laut knurren musste.

Heute (30.11.) ist Sonntag, mal wieder „faul“ sein, oder rumsitzen. Weihnachtsgeschenke wollen eingepackt werden, Fotos ins Internet gestellt und der Blog will auch einen neuen Eintrag. Außerdem noch eine Bewerbung ausdrucken für morgen. Da könnt ihr mir alle die Daumen halten.

Schon bin ich beim nächsten Thema: Ich hab jetzt einen Job (nein, das morgen ist was andres, das ist mit Bezahlung). Ich arbeite zweimal die Woche in einem Charity-Shop in Turra. Sowas ist nicht soo verbreitet in D, aber ne gute Sache! Jeder bringt seinen alten Krempel, der sonst auf dem Müll landen würde. Das wird aufgebügelt und poliert und dann für ein paar Pfund verkauft. Der Erlös geht irgendeiner Hilfsorganisation zu. Rotes Kreuz oder in meinem Fall Sue Ryder Care. Die schauen nach Langzeitkranken, die vom Krankenhaus oder Arzt nach Haus geschickt werden und mehr oder weniger auf’s Sterben warten.

So trifft man Leute und vielleicht hilft es auch bei der Bewerbung morgen? Und man unterstützt auch noch die Arbeit von denen und fühlt sich toll ;-) Und wenn’s mir zuviel wird, kann ich ja jederzeit wieder aufhören.

Heut is es nun frostig draußen. Schon die letzten zwei Tage, morgen soll’s aber tauen. Letzte Woche hatten wir viel Schnee für einen Tag. Da haben wir auch Schneemänner gebaut, weil es Sonntag war ;-) Siehe Bilder picasaweb.google.com/H.Pennig/TheMill

Außerdem ist der Küchenfußboden da ;-) Sieht voll toll aus, wie eine richtige Küche!! *grins*
Wir haben auch Schaumfüller (oder wie das auf deutsch heißt) gekauft, den können wir in alle Ritzen sprühen. Die Fenster lassen wir tagsüber ein bisschen ziehen, dann schimmelt das Haus wenigsten nicht ;-) Nachts ziehn wir die Vorhänge vor und langsam gewöhnen wir uns an die 14 Grad im "Wohnzimmer" :-) Man kann ja immer seine Jacke anlassen, wenn’s zu kalt ist. Im "Schlafzimmer" haben wir ja einen elektrischen Heizer. Nicht grad die Lösung, aber hält warm ;-)

Grade rechtzeitig noch haben wir übrigens unser tolles Wassersystem einbuddeln können. Es war nur ein oberirdischer Plastikschlauch da, weil die Leitungen in der Erde alle durchgerostet (oder sowas) waren. Wir haben das teilweise ausgegraben und teilweise den Plastikschlauch durch die alten Leitungen stopfen können. So ist es jetzt schön warm und auch das kleine Pumphaus hat eine „Tür“ bekommen. Gestern Nacht war’s minus 5, da wär uns sonst alles eingefroren. In der Küche und im Bad (das ist der kälteste Raum im Haus *brrrr*) hatten wir wunderschöne Eisblumen am Fenster.

Noch ein wenig zum kulturellen-sozialen Bereich: Langsam kommen wir öfters in Kontakt mit den Einheimischen. Jeden Donnerstag gehen wir nun zum Scottish Country Dancing. Das macht einen Riesen-Spaß und man trifft nette Leute aus der Umgebung.

Am Freitag war eine Scots-night in der Forglen Hall (wo wir auch tanzen gehen). Es gab Stovie und Triffle (schottisches Essen) und ein buntes Musik- und Erzählprogramm, allerdings in Doric. Ich hab die Musik genossen, aber vom Rest leider nicht so viel verstanden… Ich muss Doric lernen!!

Anschließend waren wir noch bei Ian und Helen unseren Nachbarn auf einen kleinen Schlummertrunk eingeladen, zusammen mit zwei anderen Nachbarn, die wir vom Tanzen her schonmal gesehen hatten. Die sind auch sehr nett, sie hatten uns am Vormittag bei ihnen eingeladen und gezeigt, was sie in den letzten 28 Jahren so alles gewerkelt haben. Einen großen Gemüsegarten und jede Menge gepflanzter Bäume.

Ian und Helen sind seeehr nett. Ian kam zu uns runter und informierte uns über einen Farm sale in der Nähe, auf dem wir dann einen Spaten und andere nützliche Dinge für ein, zwei Pfund erstehen konnten. (Hatte ich das schon geschrieben?)

Wenn er uns sieht, wenn er mit seinem Traktor vorbeifährt, hat er auch immer Zeit für ein kleines Schwätzchen und wenn’s auch nur übers Wetter ist ;-)

Ich werd dann jetzt mal kochen tun. Maxie hat das Feuerle heut übernommen, so bin ich dran mit Kochen ;-)